experimentelles Radio

So war’s

Vom 25. bis zum 29. August produzierten 9 Kinder und Jugendliche unter der medienpädagogischen Betreuung von Antje Meichsner experimentelle Audioformate. Es entstanden „Surreale Nachrichten“, die dreiteilige Hörspielserie „Der Frosch Gunter“, das Hörspiel „Streberweiß und Graffitirot“ (basierend auf dem Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“) und drei Technotracks. Das alles wurde in eine einstündige Sendung gepackt.

Am Montag gab es nach dem Kennenlernspiel eine Einführung in die Medienlandschaft Sachsens. Gleichzeitig wurde der eigene Radiokonsum sowie Vorlieben und Abneigungen dabei eruiert und reflektiert. Anschließend erläuterte Antje rechtliche Aspekte des Sendens, erläuterte das Führen von Interviews am konkreten Beispiel (die Vorstellungsrunde wurde zu einer Interviewrunde ausgedeht) und stellte einige experimentelle Audiowerke im Spannungsfeld zwischen Poesie, Prosa, Journalismus und Musik vor. Sehr schnell entwickelten die anwesenden Kids eigene spannende Ideen. Das Aufnahmegerät war gleich erläutert und es ging hinaus ins „Feld“, um Fieldrecordings aufzunehmen.

Der Dienstag stand nach der Vorstellung weiterer experimenteller Audiowerke und sonst ganz im Zeichen des Audioschnitts mit Audacity. Das Sortieren, Schneiden und weitere Aufnehmen von Hörspielrollen im Studio ging schnell voran. Karl und Janik improvisierten ihr Hörspiel und schnitten es anschließend selbständig zurecht. So konnten in Höchstgeschwindigkeit drei Folgen von „Gunter der Frosch“ entstehen, die im Lauf der folgenden Tage nach allen Regeln der Kunst verfeinert wurden. Cara, Lena, Lea und Sophie entwickelten das Script und die Umsetzung ihres Hörspiels „Streberweiß und Graffitirot“ komplett in Eigenregie und ließen experimentelle Ideen wie eine Straßenumfrage zur Generierung von Sprecher_innenrollen einfließen. Valentin und Emil arbeiteten akribisch an den „Surrealen Nachrichten“, die teilweise die originalen Nachrichten vom 25. Montag zum Vorbild haben und damit eine Art Politsatire sind.

Am Mittwoch wurden experimentelle Audiowerke vorgestellt, die mehr in Richtung (experimentelle) Musik gingen. Dadurch kam der Wunsch auf, selbst Musik zu produzieren und in die Sendung einfließen zu lassen. Doch erstmal wurde weiter an den schon begonnenen Werken gefeilt. Irgendwie trat auch ein Missverständnis zutage: Im Programmflyer der CrossMedia-Tour stand, der Kurs würde nur vier Tage dauern, dabei ging er doch bis Freitag.

Nicht alle Teilnehmenden konnten daher auch noch am Freitag kommen, sodass die Sendung schon am Donnerstag aufgenommen wurde. Das wurde nach dem Ausbügeln der letzten Feinheiten getan. Die Sendung unter Lifebedingungen aufzunehmen bedeutet: Die Sendezeit von coloRadio startet in der Woche erst um 18 Uhr, der Kurs endet jedoch schon 16 Uhr. Also nahmen wir die Sendung vorher auf, taten aber so, als wäre es eine Lifesendung. Spannend.

Nachdem das „Soll“ geschafft war – die Sendung – stand der Rest des Donnerstags im Zeichen der Produktion elektronischer Musik mit Audacity, genauso wie der gesamte Freitag. Die dabei entstandenen Tracks wurden zum großen Teil nachträglich in die Sendung eingefügt – die war also doch nicht so ganz life. Aber die Tracks sind echt gut geworden und basieren auf Klangmaterial, das die Kids zum großen Teil selbst aufgenommen und produziert haben.

 

Die experimentellen Werke

Hier die Sendung im Ganzen und alle Einzelbeiträge in einer Playlist:

Nachrichten

Wie findet ihr so die Nachrichten im Radio? Manchmal nervig, oder? Emil und Valentin haben eine unterhaltsame Politsatire im Nachrichtenformat produziert, die „Surrealen Nachrichten„.

Es folgen die Sportnachrichten von Janik und Karl, danach Verkehrsnachrichten und dann eine ultrakurze Werbepause.

Hörspiele

Streberweiß und Graffitirot“ ist – wie man schnell ahnt, eine moderne Version von „Schneeweißchen und Rosenrot“. 
Die beiden Mädchen leben in einer Stadt von heute, sind gut in Mathe und Graffiti, gehen shoppen, treffen Freundinnen, essen Pizza und gehen zur Disko. Dennoch klingelt irgendwann ein richtiger Bär an der Haustür, der die Winternächte bei der Familie verbringt. Beim Einkaufen treffen die Mädchen mehrfach auf einen äußerst garstigen Zwerg, der sich immer seinen Bart irgendwo eingeklemmt hat. Trotz seiner unglaublichen Unfreundlichkeit helfen ihm die toughen Mädchen. Wie der Bär anschließend mit dem Zwerg verfährt, gehört nun doch ins Reich der Märchen. Zum Glück findet die Geschichte schnell in die Moderne zurück und beschert Streberweiß und Graffitirot großartige Aussichten.

„Gunter der Frosch“ ist eine Hörspielserie von Karl und Janik. Das Hörspiel entstand aus Improvisationen, die anschließend bearbeitet wurden. Die Geräusche produzierten Karl und Janik ausschließlich selbst.


Teil 1 – „Der Frosch und Die Sumpftruden“: Frosch Gunter begibt sich auf einen abenteuerlichen und gefährlichen Spaziergang. Er gerät in die Fänge der Moor- bzw. Sumpftruden. Ein großes Missverständnis kann aufgrund von mangelnden „Fremdsprachen“-Kenntnissen noch nicht aufgelöst werden.

Teil 2 –  Der Frosch und jetzt kommt’s“: Frosch Gunter hat Hunger und geht in eine Gasthaus mit Pension, wo er eine ungewöhnliche aber für ihn leckere Mahlzeit einnimmt. Nach langer Suche in der Pension nach seinem Zimmer gerät er in Gefahr. Ein Überwachungsroboter und mittlerweile mit Übersetzungsmaschinen ausgestattete Sumpf- bzw. Moortruden sind im Spiel. Fortsetzung folgt.

Teil 3 – „Der Frosch und Nullfuenf“: Frosch Gunter ist mit aktiver Hilfe aus der Gefahr herausgekommen. Sie fliehen mit einem Fahrzeug in den Wald. Die Übersetzungsmaschine der Sumpftruden reimt mittlerweile automatisch. Frosch Gunter nimmt aktiv am Leben der Sumpftruden teil. Doch die Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten der verschiedenen Spezies ziehen gesundheitliche Probleme nach sich. Und gleichzeitig holen die Verfolger, unter ihnen der Überwachungsroboter Nullfuenf“ Frosch Gunter bei den Sumpftruden ein.

Experimentelle elektronische Musik

Das ist der erste elektronische Track von Karl, Malena und Janik. Er heißt „Hey Mann cool„. Er entstand zum großen Teil aus selbst erzeugten Sounds und wurde mit dem Programm Audacity produziert.

Das ist der erste elektronische Track von Valentin und Emil, der bis auf die Hi-Hat ausschließlich mit selbst erzeugten Sounds im Programm Audacity produziert wurde.

Cara hat die Beats mit Samples von der nichtkommerziellen Samleplattform Freesound gemacht und Antje hat den Track fertiggestellt.

Der Track von Sophie ist privat und wird deshalb nicht der Öffentlichkeit preisgegeben.

Zu guter Letzt entstend noch ein Jingle:

Fotos

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Workshopankündigung

Du möchtest Deinen Ohren folgen, interessante Geräusche aufnehmen und damit künstlerisch arbeiten? Wir gehen zusammen auf die Straße, erkunden akustische Erscheinungen des Stadtraumes und produzieren damit ein Soundscape oder ein Hörspiel. Ganz nebenbei lernst du die Radiotechnik, zum Beispiel das Mischpult, zu bedienen. Das gesammelte Audiomaterial am Rechner wirst du selbst schneiden. Alle Hörstücke werden zum Schluss in einer Sendung präsentiert, die auf dem freien Radiosender coloRadio läuft.

Wer: Radioinitiative Dresden e.V./ ColoRadio, Dozentin: Antje Meichsner7 Punkte
Wo: Jordanstr. 5 HH, 01099 Dresden
Wann: 25.-28.8.2014, 10 bis 15 Uhr
Altersempfehlung: ab 10 Jahre

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Impressionen 2013

Wann: