Bildbearbeitung

So war’s:

Am Dienstag, am ersten Tag des Workshops gings erstmal in die Malwerkstatt die riesa efau. Dort zeigte Antje den Teilnehmenden die analoge Ebene der Bildbearbeitung: Sie schnitten Bildteile aus alten Zeitungen aus und klebten sie zu Collagen zusammen. Bis zum Mittgessen sind ganz wundervolle Werke entstanden. Die Teilnehmenden erklärten dabei ihren Ansatz und ihre Vorgehensweise. Danach wurde darüber diskutiert, welche Werke in der Ausstellung der Abschlussveranstaltung der CrossMedia-Tour ausgestellt werden sollten und warum. Einer großer Teil der Teilnehmenden hat sich dafür aus Gründen der Wahrung ihrer Privatsphäre entschieden, ihre analogen Werke dort nicht auszustellen.

Das Wetter war kein Fotografierwetter, deshalb begab sich der Workshop in die Medienwerkstatt des riesa efau, ins Computerkabinett. Dort stellten die Teilnehmenden richtige Fotolampen auf, ein Fotostudio wurde improvisiert und es wurden erste Porträts gemacht. Auch hier gab es Diskussionen um Persönlichkeitsrechte und die fotografische Abbildung von Personen. Aber es gab genug Fotos, damit alle mit ihrer Bearbeitung im freien Programm Gimp beginnen konnten. Dafür gab es eine Einführung von Antje.

Am Mittwoch war auch kein Fotografierwetter, also setzten alle ihre angefangenen Projekte fort. Antje kam von Platz zu Platz und half bei Problemen, erklärte die verschiedenen Werkzeuge und mögliche Vorgehensweisen. Der Fokus lag auf dem Arbeiten in Ebenen und mit Ebenenmasken, was der analogen Arbeit mit Schere und Leim beim Collagieren entspricht. Später kam noch das Verbessern von Fotos mit Gradationskurven und Farbton/Sättigung hinzu. Ein weiterer Fokus lag auf der Konzipierung von Werken und wie man mit wenig Aufwand eine Wirkung bei Betrachtenden erzeugt. Dabei Antje hat das so begleitet, dass den Teilnehmenden klar wurde: Man auch viel Arbeit in ein Bild stecken, die man dem Bild hinterher nicht ansieht. Deshalb sollte man vorher genau überlegen, wie man dieses Bild konzipiert – also anlegt.

Eine weitere wichtige Überlegung war auch, in welchen Kontexten das Verfremden von Fotos schlecht sein könnte. In diesem Zusammenhang zeigte Antje Beispiele von manipulierten Fotos aus Zeitungen, die in Wirklichkeit Collagen waren bzw. Probleme verschleierten, und erklärte daran journalistische Ethik. Antje erklärte weiterhin, dass Manipulationen von Fotos, die in journalistischen Zusammenhängen unethisch wären, in Kunstzusammenhängen unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein können.

Antje zeigte auch Fotos, wo Grafiker_innen Fehler gemacht haben, damit die Teilnehmenden sehen, wie stark Fotos in unserer optischen Umwelt bearbeitet wurden, wie sehr die Körper von Models noch schlanker und wie ihre Haut noch perfekter gemacht werden. Antje erklärte damit verschiedene Methoden des Retuschierens und zeigte, wie man diese in Gimp umsetzt.

Auch am Donnerstag war kein Fotografierwetter, aber es war nunmal der letzte Tag. Also gingen trotzdem alle erstmal raus in die Friedrichstadt, um Fotos im Außenraum zu machen. Antje gab Anregungen, was für Bilder mit Fotos aus dem Außenraum konzipiert werden könnten. Ideen wurden entwickelt, die Fotos wurden gemacht und anschließend wurde in der Medienwerkstatt fleißig collagiert. Der Kameramann der CMT kam nach dem Mittagessen, hat gefilmt und versucht, Teilnehmenden zu Interviews zu überreden. Der Workshop ging mit einer guten Anzahl toller Werke und mit der Zufriedenheit aller Beteiligten zu Ende.

 

Zum Workshop:

Du verfremdest Fotos mit Techniken, die das freie Bildbearbeitungsprogramm GIMP bietet und lernst unter anderem wie Werbegrafiker Fotos von menschlichen Körpern bearbeiten, wie allerlei weg- und dazugemogelt wird und wie man kreativ mit diesen Techniken umgehen und dabei richtig dick auftragen kann: Du lernst Flügel, Schmuck oder zusätzliche Gliedmaßen anzubauen, Zwillinge oder Drillinge zu konstruieren oder einen Cyborg mit utopischen Technikfeatures aus dir zu machen, dein Abbild in Fabeltiere, Puppen oder Avatare zu verwandeln… Oder du entwickelst tolle Muster und Mandalas. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn du magst, bring Fotos von dir in hoher Auflösung (ab 300 dpi) mit! Du lernst aber auch im Kurs, digital zu fotografieren.

 

Bildbearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer: riesa efau. Kultur Forum Dresden
Wo: Fotowerkstatt im riesa efau. Kulturforum Dresden, Wachsbleichstr. 4a, 01067 Dresden
Wann:  11.-14.10.2016, jeweils 10-15 Uhr
Altersempfehlung: Für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren